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„Die Tour mit Ed Sheeran is surreal“ – Interview mit Ryan McMullan

Ryan McMullan Interview 2017 Ed Sheeran Tour

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„Die Tour mit Ed Sheeran is surreal“ – Interview mit Ryan McMullan

Ryan McMullan ist gerade als einer von zwei Support-Acts mit Megastar Ed Sheeran auf Tour unterwegs. Vor seinem Auftritt in der ausverkauften Münchener Olympiahalle konnte ich den Singer-Songwriter für ein Interview treffen. Leider waren die Sicherheitsvorkehrungen so hoch, dass das Interview nicht direkt in der Halle stattfinden konnte. Die Feuertreppe war aber doch bequemer, als sie zunächst aussah.

Ryan, wie ist es bisher so, mit Ed Sheeran auf Tour zu sein?

Surreal. Mein allererster Auftritt war vor 18 Leuten, jetzt spiele ich vor 15.000 bis 20.000 Leuten. Ziemlich großer Sprung.

Wie wird man Support-Act von Ed Sheeran? Ruft da jemand an und sagt „wie hätten dich gerne dabei“ oder wie lief das bei dir ab?

In Großbritannien gibt es das Latitude Festival. Ein Freund von mir hat da gespielt und hat mich mitgenommen. Dort haben wir Ed getroffen und ihm ein paar Songs vorgespielt. Scheinbar hat es ihm gefallen und wir sind in Kontakt geblieben. Er hat mich dann immer gefragt, ob ich neue Songs hätte und wenn dem so war, hab ich sie ihm geschickt. Ed besuchte dann meinen Auftritt in Sheperds Bush in London und anschließend kam er Backstage und fragte mich, ob ich mit ihm auf Tour kommen wolle.

Wie unterscheidet sich nun, nach ein paar Tagen gemeinsamer Tour, die Realität von deinen Erwartungen, die du vorab hattest?

Es hat mich einfach umgehauen. Ich hatte vorher eigentlich gar keine Erwartungen aber wenn du dann in diese riesigen Hallen kommst, das ist wirklich unfassbar. Und es gibt jeden Tag Catering. Das ist so unfassbar gut. Ganz egal wo wir hin kommen, es ist immer fantastisch.

Bist du sehr stark in die „Ed Sheeran Tour-Maschinerie“ eingebunden oder hast du auch mal Zeit dir was von der Stadt anzuschauen?

Das ist das gute daran, dass ich Support-Act bin. Alle interessieren sich nur für Ed Sheeran und ich kann mir in Ruhe die Stadt anschauen oder einfach vor der Halle abhängen. Keiner schreit meinen Namen, niemand möchte ein Foto. Das ist schon sehr entspannt für mich.

Wie bereitest du dich auf einen Auftritt vor? Hast du bestimmte Rituale oder lässt du alles einfach auf dich zukommen?

Ich bereite mich nicht groß auf einen Auftritt vor. Vielleicht ein Bier vorher aber ansonsten lass ich alles auf mich zukommen, versuche mein Bestes zu geben und schaue, wie das Publikum auf mich und meine Musik reagiert.

Fühlst du dich in den größten Hallen Europas wohl oder warst du zu Beginn der Tour etwas nervös bzw. aufgeregt, ob das alles klappen kann?

Vor den Hallen hatte ich nie Angst oder so, die sind super. Das ist meine erste Tour mit einem eigenen Produktionsteam im Hintergrund, deshalb kann ich Backstage abhängen und die kümmern sich um alles. Im Endeffekt ist ein Gig ein Gig. Egal ob du vor 5 oder 50.000 Leuten spielst. Du musst immer versuchen das Beste aus dir rauszuholen.

Du hast für deinen Auftritt 20 Minuten zur Verfügung. Fällt es dir leicht, dich auf diese kleine Zeitspanne zu fokussieren und die Spannung hochzuhalten, wenn der Großteil des Tages aus reisen, warten und PR-Terminen besteht?

Ehrlich gesagt finde ich das gut, dass wir alle auf der Tour so beschäftigt sind. Ich habe immer was zu tun, es gibt immer was zu sehen. So habe ich gar keine Zeit mir großartig Gedanken über meinen Auftritt zu machen. Ich denke nicht darüber nach, ob alles klappt oder ob die Leute mich mögen werden, weil sie ja eigentlich nur wegen Ed Sheeran beim Konzert sind. Wirklich fokusieren tue ich mich also nicht auf meinen Auftritt aber ich gehe ziemlich relaxed und befreit auf die Bühne. Ich habe ja schließlich nichts zu verlieren.

Deine Songs wie etwa „Time to make a change“ oder „Holding me down“ sind sehr intim und privat. Worte auf Papier zu schreiben ist die eine Sache, die Songs auf der Bühne zu performen die andere. Fällt es dir leicht, deine Emotionen mit anderen zu teilen?

Das stimmt. Ich mache mir aber beim Schreiben nicht wirklich Gedanken darüber, was Andere darüber denken. Auch nicht auf der Bühne. Die Songs stehen für mich und was ich erlebt habe. Ich bin ein sehr offener Mensch was das angeht und wenn sich auch nur eine Person mit meinen Songs und dessen Emotionen identifizieren kann, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Wann ist für dich der perfekte Zeitpunkt neue Songs zu schreiben? Passiert das eher spontan oder hast du dafür eine spezielle Routine für dich entwickelt?

Es ist ein Mix aus Beidem. Die spontanen Sachen sind toll aber am liebsten Miete ich mir für drei Tage ein Haus in Irland, wo es kein Internet und kein Handynetz gibt. Ich schnappe mir meine Gitarre, lade ein paar Freunde ein und dann geht’s los. Spontanes Songwriting ist eigentlich ziemlich wenig geworden in letzter Zeit. Ich bin viel unterwegs und mit der Tour beschäftigt. Aber wenn ich danach wieder zu Hause bin werde ich mich hinsetzen und sehen, was an kreativen Song-Ideen aus mir heraussprudelt.

Würdest du etwas an deiner Art Musik zu machen verändern, wenn du dadurch erfolgreicher werden würdest?

Nein. Ruhm alleine hat mich noch nie gereizt. Ich möchte langsam aber kontinuierlich bekannter werden mit meiner Musik. Ich würde mich nie versuchen zu verstellen. Ich muss als Songwriter auch in erster Linie ehrlich zu mir selbst sein weil nur so kaufen mir die Fans auch ab, was ich mache.

Deine bisherigen Auftritte während der Tour haben vielen Menschen gefallen. Wann kann man dich wieder einmal live sehen? Gibt es schon Pläne für eine eigene Tour?

Im Oktober komme ich wieder. Dann spiele ich eigene Shows in kleinen Clubs und hoffe, dass ich einige von den Leuten wiedersehe, die ich auf der Tour mit Ed Sheeran kennengelernt habe.

Ryan, vielen Dank für das Interview!

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