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Hurricane Dean – Musikalischer Wirbelsturm aus Ostriesland

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Hurricane Dean – Musikalischer Wirbelsturm aus Ostriesland

Ostfriesland. Ein nordisches Kleinod, gebeutelt von Wind und Wetter sowie noch schlechteren Witzen. Grasende Schafe am Deichufer, Schiffswerften, Windmühlen, H.P Baxxter und Otto. Für ernstzunehmende musikalische Großtaten ist die Region nicht unbedingt bekannt. Bis jetzt. Denn seit kurzem wirbelt von Ostfriesland ein Sturm durch die Musiklandschaft. Hurricane Dean heißt die Band, die mit zwei Singles bereits für internationales Aufsehen sorgte.

Am 13. März erschien das Debütalbum N53° E7°– und sie sind fest gewillt, damit den Rest der Welt vom Sound Ostfrieslands zu begeistern. Das Rezept: Norddeutsche Frische, jede Menge Drive und die unverwechselbare, kraftvolle Stimme von Sänger Ian Bleeker. Die Musik: „Bright Wave“, eine Mischung aus dunklem Wave-Sound, mit einer vollen Breitseite Indie-Rock und Spielfreude versehen, so dass sich Melancholie in stürmische Energie verwandelt und dem Bandnamen alle Ehre macht.

Statt sich im Proberaum zu verkriechen und darauf zu warten entdeckt zu werden nahmen Hurricane Dean die Dinge lieber selbst in die Hand. Vor zwei Jahren machte die Band erstmals auf sich aufmerksam als sie sich mit der selbst veröffentlichten Single “Flat Random Noise” auf großstädtische Tanzflächen und in die Campus- und Indie-Charts katapultierten. Die zweite Single „Appeal“ konnte nahtlos an den Erfolg anknüpfen und erreichte in Polen sogar die Poleposition der Radiocharts verschiedener Sender. Die Band war dort über einen mit ihrer Single unterlegten TV-Werbespot eines Telekommunikationsdienstleisters zu spontaner Bekanntheit gekommen und konnte sich umgehend auch live in Polen beweisen.

In den vergangenen zwei Jahren fegten Hurricane Dean unermüdlich über unwettererprobte Festivals und die Clublandschaft in ganz Europa. Dabei bespielten sie sowohl die großen Bühnen mit internationalen Acts wie Alicia Keys oder Billy Talent, als auch zahlreiche schweißtreibende Headline-Shows. Nach über 150 Konzerten zog sich die Band ins Studio zurück, um die gesammelte Energie auf ihrem ersten Album festzuhalten.  Zusammen mit Produzent Markus „Eki“ Schlichtherle nahm die Band für N53° E7° zwölf Songs auf. Beim Hören drängt sich der Gedanke auf, dass hier Joy Division und Depeche Mode mit am Werk waren, während sie mal einen richtig guten Tag hatten. Denn trotz aller stilistischen Nähe ist bei Hurricane Dean nicht viel übrig von der abgründigen Traurigkeit, die Wave-Bands normalerweise verbreiten. Helle und flirrende Indie-Gitarren von Malte Zierden brechen die Melancholie auf, die treibenden Beats von Drummer Oliver Szafranek bringen Tanzbarkeit in die Düsternis, der verzerrte Bass von Juergen Schulte sorgt für zusätzliches Rock-Flair – und Ian Bleekers Stimme verleiht jedem Song die nötige emotionale Tiefe. Im Zuge der Aufnahmen komplettierte Fynn Hoveling mit zusätzlichen Beats und Synthieklängen die Band. Hurricane Dean, das ist ein verschwitzter Samstagabend im Club und gleichzeitig ein verregneter Sonntagnachmittag auf dem Sofa.

Schon die erste Single „Arsenal of Colors“ bringt den Hurricane-Dean-Sound auf den Punkt: Verhallte Delay-Gitarren treffen auf hymnenhafte Hooklines, breitgewobene Klangteppiche auf treibende Rhythmen. Balladeskes wie „Fragrance“ treibt mit Vocal-Samples und einem rastlosen Beat energetisch nach vorne. In „Porcelaine Love“ verbinden sich schwere Moll-Harmonien und eine atmosphärische Strophe mit ungezähmter Energie des Refrains. „Juneau“ verbreitet trotz hohem Tempo schwebende Ruhe. In alle Gefühlsregionen streckt das Album seine Fühler aus. Euphorie, Depression, Nervosität, Ruhe, das alles lässt sich in den zwölf Songs und in Ian Bleekers Stimme wiederfinden – nicht selten gleichzeitig. Die Musik zieht in ihren Bann. Und vielleicht kann eine Band wie Hurricane Dean auch nur aus einem Land wie Ostfriesland kommen, wo die verschlafenen Städtchen und Dörfer ebenfalls ab und an von einem kräftigen Nordwind durchgerüttelt werden. Auf jeden Fall haben Hurricane Dean das Zeug, ihre Heimat endgültig von schlechten (musikalischen) Klischees zu befreien.

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