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Alternative

Bull: Auf den Spuren der Indierock-Könige

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Bull Band York

Die monatliche Sendung „Mehmets Schollplatten“ auf Bayern 2 ist schon seit einigen Jahren stets eine sprudelnde Quelle für neue Musik für mich gewesen. Die aus York stammende Band Bull stellte in einer der vergangenen Sendungen jedoch nicht Mehmet Scholl vor, sondern sein ebenfalls äußerst musikaffiner Mitstreiter Achim Bogdahn. Danke dafür!

Bull haben sich schon 2011 gegründet und ihr Bandmotto lautet getreu ihrer Facebok-Seite „Giving a fuck about not giving a fuck since 2011.“ Da dürfte es die Band also auch nicht stören wenn ich behaupte, dass ihre Musik wie aus einer anderen Zeit klingt und trotzdem ziemlich zeitlos ist.

Ihr Song „Disco Living“ beispielsweise erinnert mich zu Beginn stark an „Bohemian Like You“ von The Dandy Warhols und irgendwie schwingt auch eine Spur „Girl from Mars“ von Ash mit. Mag ich beide. Also: gut gemacht!

Bei ihrer Gründung bestand die Band zunächst nur aus Sänger und Songwriter Tom Beer und dem Gitarristen Dan Lucas. Sie betrachteten es als ihre Mission, die Musik zu machen, die sie selbst hören wollten – inspiriert von ihren Helden und den Indierock-Königen aus den 90ern wie Pavement, Yo La Tengo und den Pixies.

Der Rest der Band kam durch eine Mischung aus Freundschaften und Zufällen zusammen. Schlagzeuger Tom Gabbatiss schloss sich an, nachdem er und Tom während einer Backpackingtour durch Thailand gemeinsam auf der Bühne einer Bar jammten. Das vierte Bandmitglied Kai West sprang bei früheren Auftritten der Band gelegentlich betrunken auf die Bühne und tanzte dort herum, ehe man ihn schließlich zum Bass-Spieler machte.

Als einzigartige Gruppe innerhalb der bereits vielseitigen Szene der Stadt mischt der Sound der Band ihre Alt-Rock-Einflüsse mit Toms bodenständigem Songwriting und einem besonders ironischen Sinn für Humor, der für die vier Yorkshiremen selbstverständlich ist. Sie haben Support-Shows für Squid, The Orielles, Pip Blom und sogar einen ihrer langjährigen Helden in Form von Spiral Stairs (AKA Scott Kannberg von Pavement) gespielt, und durch ihr ständiges Giggen haben sie sich eine engagierte lokale Gefolgschaft aufgebaut.

Wie es das Schicksal wollte, kreuzte die Band die Wege mit Spiral Stairs (Pavement). Sie mochten Bull und einigten sich zusammen mit dem niederländischen Rockkönig CANSHAKER PI darauf, am folgenden Abend auf der spontanen House-Party der Band zu spielen. Der Live-Toningenieur und Produzent Remko Schouten (Pavement, The Jicks, Sun Kill Moon) lud Bull anschließend ein, mit ihm in Amsterdam aufzunehmen. Dieses zufällige Treffen ermöglichte es Bull, den klassischen Kindheitstraum zu verwirklichen und sich ihren Weg durch Europa bis nach Austin, Texas – South By South West zu bahnen.

Auch in den Niederlanden und in Deutschland haben Bull bereits einige Shows gespielt und sind zum Glück auch in der Radioshow von Mehmet Scholl und Achim Bogdahn und damit auch in meinen Ohren gelandet.

Neun Jahre nach ihrer Gründung unterschrieben Bull im Sommer 2020 einen Vertrag beim Branchenriesen EMI Records. Damit ist Bull die erste Band in der Stadt, die seit Shed Seven in den 1990er Jahren einen großen Plattenvertrag unterzeichnet hat. Schon alleine deshalb bin ich mir sicher, dass die Geschichte von Bull nun gerade erst angefangen hat.

Bull im Internet: Webseite | Facebook | Instagram

Immer auf der Suche nach guter Musik, regelmäßig auf Konzerten und Festivals unterwegs, meist gut gelaunt und immer ein Lied auf den Lippen oder im Kopf.Schreibt mir gerne eine Mail. Freue mich über Lob, Kritik und viel neue Musik.

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