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Elsmore Carey: Literatur-Fan und begnadeter Folk-Musiker

Bei Bandcamp bin ich vor einigen Tagen auf den südafrikanischen Gitarristen und Sänger Elsmore Carey gestoßen. Der aus Kapstadt stammende Musiker begeistert mit akustischen Indie-Folk-Interpretationen zeitloser Poesie, die einfach gehalten aber sehr emotional wirken.

Insgesamt kann man bisher drei Songs von Elsmore Carey auf den bekannten Plattformen finden. 2017 veröffentlichte der Südafrikaner den Song „The Tyger“, dessen Grundlage das gleichnamige Gedicht des englischen Dichters William Blake ist, das 1794 im Rahmen der Sammlung „Songs of Experience“ veröffentlicht wurde.

Im Februar 2018 erschien mit „Come On Love“ ein weiterer Song von Elsmore Carey, der – man kann es nicht anders beschreiben – einfach wunderschön klingt. Ein Song, in den man eintauchen kann und der zum Augen schließen und Zuhören einlädt.

„Come On Love“ ist eine originelle musikalische Bearbeitung von Paul Laurence Dunbars Gedicht „Vengeance Is Sweet“, das 1913 als Teil seiner „Lyrics of the Heartside“-Kollektion veröffentlicht wurde. Es ist ein trauriges Gedicht über das Aufgeben der Liebe, wenn diese dir den Rücken kehrt. Anders als im ursprünglichen Gedichts hat Elsmore Darey am Ende einen hoffnungsvollen Refrain hinzugefügt, der dem Song – im Gegensatz zum Gedicht – die Möglichkeit eines Happy Ends offen lässt.

Erst Mitte April 2018 veröffentlichte Elsmore Carey „Young & Old“. Man ahnt es schon: wieder ein wundervoll vertontes Gedicht mit Tiefgang und toller Melodie. Das Gedicht „Young and Old“ wurde von Charles Kingsley (1819-1875) geschrieben. Es erscheint am Ende des zweiten Kapitels in seinem bekannten Roman „The Water Babies“.

Elsmore Carey sagt darüber: „Für mich ist es ein sehr schönes Gedicht über den naiven Optimismus und die Chance eines jungen „Burschen“, der in die Welt hinausgeht, nur um ihre Härten und Enttäuschungen zu erleben. Vielleicht hat dieser „Junge“ bei all seinen Bemühungen und Bestrebungen nicht törichterweise denjenigen vernachlässigt, bei dem er das Glück hatte, in seiner Jugend Liebe zu finden, und in der Lage ist, den Reichtum dieser Gesellschaft in seinen späteren Jahren zu genießen.“

Ich bin nach wie vor geflashed von so viel toller und schöner Musik, wie sie Elsmore Carey uns darbietet. Ein Künstler, der Literatur und Musik in phänomenal guten Einklang bringt. Wieder ein Beweis dafür, dass Musik aus Südafrika eben nicht „Waka-Waka“ ist. Bei einem gebe ich Shakira bzw. ihren Songschreiberlingen dann aber doch recht: „It’s time for Africa“!

Ich würde mich wahnsinnig freuen, diesen jungen und talentierten Musiker einmal zu treffen und live zu sehen. Das Südafrika-Fernweh hat mich wieder gepackt und zu gerne wäre ich wieder in Kapstadt. Oder Elsmore Carey schafft mit seiner Musik den Sprung nach Deutschland, Europa und den Rest der Welt. Beides verdammt gute Vorstellungen.

Elsmore Carey im Internet: Webseite | Facebook | Soundcloud | Bandcamp

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