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Return to Roots: Max & Igor Cavalera werfen in München die Zeitmaschine an

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Return to Roots: Max & Igor Cavalera werfen in München die Zeitmaschine an

„Es ist 1996, meine Freundin ist weg und bräunt sich in der Südsee“… Naja, nicht wirklich. Das Jahr 1996 kann mit weitaus positiveren Dingen verbunden werden, als es Fettes Brot in „Jein“ besingen. MTV ist noch frei empfangbar und es laufen sogar Musikvideos statt Klingelton-Werbung. Rock und Metal erleben ihren Höhepunkt und Sepultura veröffentlichen ihr sechstes Album Roots. Ihr womöglich bestes und wichtigstes Werk, das viele nachfolgende Bands wegweisend beeinflusst hat.

20 Jahre später ist von der Original-Besetzung von Sepultura nichts mehr übrig geblieben. Für die Ewigkeit geblieben sind jedoch Hits wie „Roots Bloody Roots“ und „Ratamahatta“, die die beiden Gründungsmitglieder Max und Igor Cavalera im Rahmen der Return To Roots Tour auch in München zum Besten geben.

Max und Igor Cavalera Return to Roots Tour 2016 MünchenNebenan im Club spielt Lions Head, der eher Fans der Pop-Musik anzieht. Das gibt ein durchaus witziges Bild ab, wenn dessen Fans zwischen all den Metalheads in der Schlange an der Abendkasse.

Max und Igor Cavalera bespielen die große Halle des Backstage, die an diesem Abend gut gefüllt ist. Der Altersdurchschnitt dürfte hier bei ca. Mitte 30 liegen. Hier und da sieht man einige Fans jüngeren Semesters, der Großteil dürfte jedoch mit den Cavalera-Brüdern Max und Igor gealtert bzw. „groß geworden“ sein. Die für 30 Euro angebotenen Tour-Shirts mit dem Aufdruck eines der wohl bekanntesten CD-Cover der Metal-Geschichte finden am Merchandise-Stand reißenden Absatz. Wie viele Fans sich letztendlich dazu entschließen einen Meet & Greet Pass für läppische 75 Euro zu erstehen, ist leider nicht bekannt.

Gleich zu Beginn hauen Max und Igor Cavalera „Roots Bloody Roots“ raus und das Münchner Publikum ist sogleich auf Betriebstemperatur. Im Wechsel mit den Fans brüllt Max die berühmten drei Worte in die Halle und der Metal-Orkan entfaltet seine ganze Kraft. Die Band ist spürbar gut drauf und peitscht den Fans mit harten Riffs ordentlich ein. Besonders gut gefällt auch, dass die beiden anderen Mitglieder der Band sich nicht im Schatten der Cavalera-Brüder verstecken sondern mit voller Wucht drauflos rocken und mit ihren Instrumenten wild über die Bühne wirbeln. Stilechter Metal eben.

Die Fans im Backstage recken dankbar die Hände in die Höhe, lassen ihre Köpfe kreisen und springen begeistert in die Höhe. An diesem Abend und bei diesem Konzert werden nicht 20 Jahre „Roots“ und damit Metal-Geschichte gefeiert, sondern darüber hinaus ausschweifend das Hier und Jetzt zelebriert. Wenn Max und Igor Cavalera dem Publikum mit „Ratamahatta“ dem Publikum einheizen bleibt kein Metal-Fan still stehen.

Return to Roots Tour 2016 MünchenEs ist die Mischung aus Nostalgie und dem Abfeiern von Metal-Helden, die den Abend trägt. Die Tracklist des Roots-Albums ist der perfekte Soundtrack dazu. Max und Igor Cavalera haben mit ihren 46 Lenzen nichts an Härte verloren und beweisen auf der aktuellen Tour, dass sie nach 32 Jahren im Musikbusiness noch nicht zum alten Eisen gehören. Wenn man die Nadel im Heuhaufen suchen will, dann sei hier lediglich die Stimme von Max Cavalera genannt, die vielleicht schon mal kräftiger geklungen hat. Der Stimmung tat das jedenfalls keinen Abbruch.

Was man der Band um die Cavalera-Brüder sicherlich nicht vorwerfen kann ist, dass sich diese lediglich als müder Abklatsch oder gar als Sepultura-Coverband bezeichnen lässt. Zwar sind die Gründungsmitglieder Max und Igor mittlerweile in ihren neuen Projekten Cavalera Conspiracy und Soulfly aktiv und haben für die aktuelle Tour einen neuen zweiten Gitarristen sowie einen neuen Bassisten mit an Bord aber das alles fügt sich in ein nahezu perfektes Gesamtbild ein.

Im Zugabenblock werden dann schließlich noch Hits von Black Sabbath, Celtic Frost und Motörhead von der Leine gelassen, ehe ein letztes Mal „Roots Bloody Roots“ durch das Backstage hallt. Ein rundum gelungener Abend für alle alten treuen Fans der beiden Cavaleras und solche, die erst durch ältere Geschwister auf das kreative Werk von Max und Igor aufmerksam geworden sind. Beide Fäuste hoch für einen Konzertabend, an dem Musikgeschichte und Heavy Metal gleichermaßen gefeiert worden sind.

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