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Rockavaria 2018: So heiß ging es am Königsplatz zur Sache

Raus aus dem Grünen, rein in die Stadt: Das Rockavaria Festival fand 2018 zum ersten Mal statt im Olympiapark auf dem Königsplatz mitten in München statt. Die Kulisse: Herrlich! Das Lineup: Fast 20 Bands, darunter Iron Maiden, Limp Bizkit, Donots, Arch Enemy und Emil Bulls. Wie’s war? Ich sage es euch.

Rockavaria 2018 Einlass SchlangeZum Start am Samstag bildeten sich schon nach kurzer Zeit am Einlass zum Königsplatz lange Schlangen. Auf Facebook berichteten Besucher von stundenlangem Anstehen. Kontrolle gut und richtig, jedoch hätte man hier die Anzahl der Einlässe deutlich erhöhen sollen, um Unmut bei den Wartenden zu vermeiden. Hierzu sei jedoch gesagt, dass dieses „Problem“ am zweiten Veranstaltungstag behoben wurde bzw. nicht mehr auftrat und der Einlass zügig von statten ging.

Dies könnte jedoch auch mit dem Umstand einhergehen, dass am zweiten Rockavaria-Tag deutlich weniger Besucher zum Königsplatz strömten, als das noch am Samstag der Fall war. Im Vorfeld rechneten die Rockavaria-Veranstalter mit 35.000 Besuchern, wobei davon gut 20.000 auf den Iron-Maiden-Tag gerechnet werden dürften. Das Areal am altehrwürdigen Königsplatz war jedenfalls beim Headliner-Auftritt der britischen Metal-Legenden bestens gefüllt. Das Wetter tat sein übriges und so konnte man – von zwei kurzen Regenschauern abgesehen – gut gelaunt feiern und Spaß haben.

Rockavaria 2018 Kings StageDer Königsplatz lieferte ein wirklich fantastisches Ambiente für Rockavaria 2018. Die imposante King’s Stage, rechts und links die Glyptothek und die Antikensammlung sowie die Propyläen gegenüber der Bühne boten einen spektakulären Anblick. Der perfekte Rahmen für Killswitch Engage, Arch Enemy und erst recht für Iron Maiden.

Wer bisher dem Olympiapark als Veranstaltungsort hinterher trauerte, der dürfte spätestens mit Betreten des Königsplatz seine Meinung geändert haben. Klar, „Haters gonna hate“, aber die Stadt München ist mit so einem tollen Veranstaltungsort einfach gesegnet.

Im Schatten der Glyptothek lag die „kleine“ Green Stage mit einer Kapazität von ca. 3000 Leuten. Schon beim Auftritt von Dragonforce, als zweite Band des Tages auf eben dieser Bühne, musste der Zugang kurzzeitig geschlossen werden, da der Andrang die Kapazitäten sprengte.

Rockavaria 2018 Green StageBemängelt werden muss leider der ziemlich dünne Sound an der Nebenbühne, welcher sich aber am zweiten Tag deutlich besserte. Ebenfalls negativ aufgefallen ist der Umstand, dass gerade einmal ein einsames Dixi-Klo im Bereich der Nebenbühne zu finden war. Auch hier wurde am zweiten Tag nachgebessert – auf immerhin vier Dixi-Klos.

Die restlichen, für Festival-Verhältnisse doch sehr großzügigen Toiletten-Container befanden sich am Eingang des Königsplatz, wodurch man Gefahr lief, im Falle eines kurzzeitigen Zugangsstopps nicht mehr zurück zur Green Stage zu.

Bei aller Kritik bot auch die Green Stage im Schatten der Glyptothek ein herrliches Ambiente für Konzerte, welches Bands wie Eluveitie, Saltatio Mortis, Therapy?, Rose Tattoo und nicht zuletzt Royal Republic für sich zu nutzen wussten.

Iron Maiden bei Rockavaria 2018Die Bands auf der King’s Stage wurden mit einem deutlich besseren Sound ausgestattet und ließen es ordentlich krachen. Am Samstag krönten Killswitch Engage, Arch Enemy und natürlich Iron Maiden den ersten Tag beim Rockavaria 2018.

Begleitet von einem lebensgroßen Spitfire-Kampfflugzeug als Dekoration betraten Iron Maiden die Bühne und feuerten Hit um Hit aus den Boxen. Die Band um Sänger Bruce Dickinson, der immerhin bald 60 wird, strotzte nur so vor Spielfreude und zelebrierte ein zweistündiges Konzert der Spitzenklasse. Ein Fest für alle Metal-Fans.

Am Rockavaria-Sonntag war der Königsplatz leider nur zu etwa einem Drittel gefüllt. Ein Mitgrund dürfte die kurzfristige krankheitsbedingte Absage des Headliners Die Toten Hosen gewesen sein. Tageskarten-Besitzer hatten die Möglichkeit, ihre Tickets gegen Erstattung des vollen Eintrittspreises zurückzugeben.

Wer trotzdem kam, der wurde mit tollen Performances für sein Kommen belohnt. Beim Konzert der Lokalmatadoren von den Emil Bulls gab es bei bestem Sommerwetter voll auf die Zwölf. Die Donots konnten nicht nur mit ihrer Version des Tote Hosen-Klassikers „Opel-Gang“ punkten, sondern überzeugte ebenso durch eine energiegeladene Show und vollen Körpereinsatz.

Um 21.30 Uhr betraten schließlich Limp Bizkit zu den Klängen von „Purple Rain“ die Bühne und sorgten mit ihrem Auftritt für ausgelassene Partystimmung im Publikum. Die NuMetal-Band um Sänger Fred Durst und Gitarren-Genie Wes Borland ließ sich nicht lumpen und rockte sich durch Hits wie „Rollin“, „My Generation“, „Break Stuff“ oder das abschließende „Take a look around“. Zwischendurch streute die Band Cover-Versionen von Nirvana oder Rage against the Machine ein, was bei den Fans vor der Bühne mehr als gut ankam.

Zwar bot das Rockavaria 2018 gerade am ersten Tag einiges an Verbesserungsmöglichkeiten, jedoch würde ich mir persönlich einen Erhalt des Festivals auf dem Königsplatz wünschen. Die Location ist einmalig, die gebuchten Bands waren super und die Stimmung ebenso. Ich drücke ganz fest die Daumen für eine Neuauflage 2019. München hat bewiesen, dass es rocken kann.

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