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Kosava – Aus Geschichten geboren, im Folk entbrannt

Kosava Band Georgia Kosava Band Georgia

Kosava aus Batumi in Georgien sind keine Band, die du einfach so „hörst“. Kosava schleichen sich an. Aus einem Knacken. Aus einem Nebelschleier.

Mit ihrem Debütalbum Lanternfolk, dass am 20. Juni das Licht der Welt erblickt hat, liefern Kosava keine nette Folkplatte. Keine Folklore, kein Retro, kein Festival-Zelt. Stattdessen: acht Stücke wie acht Spuren im Matsch. Ausgeleuchtet von seltsamen Lichtern. Elektrifiziert, aber erdig. Raunend. Ruppig.

Kosava selbst sagen über ihr Werk:

“We found this record in the mist. For three harsh winters, we’ve been collecting stories from the edges – the places where birch groves meet railway tracks, where old women still leave milk for house spirits…”

Und genau so klingt Lanternfolk. Als hätte man einen alten Mythos aus der Erde gezogen, mit Verstärkern beschworen und dann in einem Schuppen aufgenommen. Der steht irgendwo zwischen Birkenhain und Dorf-Bahnhof, die Wände voll mit alten Fotos, das Dach undicht, die Erinnerungen dicht.

Man hört sie alle: die Feuer. Die Türen. Den Zug. Sogar den Vogel, der während der Aufnahmen aufs Fensterbrett flog. Kosava lassen nichts draußen, was sich lebendig anfühlt.

Kosava spielen nicht mit alten Formen – sie reißen sie auf. Die Balalaika ist hier keine Zierde, sondern Waffe. Der Dulcimer klingt nicht nach Museum, sondern nach Waffe, durch einen alten Verstärker gejagt. Die Songs, sagt die Band, sollen wie Geschichten am Lagerfeuer wirken. Aber nicht romantisch – eher wie Warnungen, wie Stammesrituale, wie elektrische Beschwörungen.

“This isn’t just eight tracks – it’s a whole damn journey through the twilight borderlands.”

Und ja: Lanternfolk ist ein Trip. Mist Chain schickt uns los, Frostneedle knarzt durch vereiste Zwischenräume, und wenn in Witch-Rings die Trommeln einsetzen, bist du längst nicht mehr nur Zuhörer: Du tanzt mit. Um etwas, das du nicht benennen kannst. Kosava zerren dich rein, lassen dich aber nicht allein.

„Wolf’s Circuit entstand halb betrunken an einem Lagerfeuer, während ein Hund um das Feuer herum im Kreis lief“, heißt es von Kosava. Und Swarm Light? War ein Festival-Singalong mit fünfzig Fremden mitten in der Nacht. – Solche Sätze schreibst du nur, wenn du’s wirklich erlebt hast.

Kosava sind keine nostalgische Folklore-Revue. Kosava sind nicht zart, nicht höflich, nicht gefällig. Lanternfolk ist kein Produkt, sondern ein Ritual. Für alle, die mit ihren Stiefeln fest auf matschigem Grund stehen und trotzdem nach oben lauschen. Für alle, die an Hausgeister glauben, oder wenigstens daran, dass Musik mehr sein kann, als ein bloßer Sound im Hintergrund.

Kosava haben das musikalische Feuer schon angemacht. Setzt euch gerne dazu und lauscht, tanzt und genießt.

Kosava im Internet: Bandcamp

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