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Buchkritik: Thees Uhlmann – „Sophia, der Tod und Ich“

Thees Uhlmann - Sophia, der Tod und Ich

Indie

Buchkritik: Thees Uhlmann – „Sophia, der Tod und Ich“

Thees Uhlmann zählt seit Jahren zu einem der besten Songwriter der Republik. Ob mit seiner Band Tomte, dem Projekt Hansen-Band oder auf Solo-Pfaden mit Thees Uhlmann & Band versteht es der 41-Jährige aus Hemmoor mit seinen Texten zu Punkten und den Hörer in seinen Bann zu ziehen.

Mit „Sophia, der Tod und Ich“ veröffentlichte Thees Uhlmann nun Anfang Oktober seinen ersten Roman. Wie auch schon bei seinen musikalischen Projekten gelingt es ihm, Gefühle und Stimmungen mit einfachen Worten rüber zu bringen und zu begeistern.

Die Geschichte des Buches „Sophia, der Tod und Ich“ : Vor der Tür des Erzählers steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet, er sei der Tod und wolle ihn mitnehmen. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Zwischen den beiden entspinnt sich eine absurd-witzige Diskussion, in der es um Kopf und Kragen, um die Insel Juist, den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Zu seiner Verwunderung gelingt es dem Tod nicht, den Erzähler sterben zu lassen. Ein spektakulärer Roadtrip beginnt. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.

Es geht auf eine Reise zwischen Himmel und Hölle – und um die Frage, ob es das alles überhaupt gibt. Eine Reise, die geprägt ist durch die Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen wie: Muss der Tod pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? – Und die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«.

„Sophia, der Tod und Ich“ ist eine 320 Seiten starke Ode an das Leben, mit allen Höhen und Tiefen, voller Freude und Schmerz zugleich. Beim Lesen erlebt man ein ständiges Wechselbad der Gefühle, das von purer Freude, herzhaftem Lachen, über Melancholie bis zu tief empfundenen Sehnsüchten reicht.

Thees Uhlmann hat mit seinem ersten Roman ein wahres Meisterwerk der neueren deutschen Literatur geschaffen, das man am liebsten in einem Zug durchlesen möchte. Die Geschichte des Protagonisten ist so leichtfüßig und an manchen Stellen einfach urkomisch und mit einer feinen Prise schwarzem Humor erzählt, dass einem beim Lesen fast schon die Mundwinkel vom Dauer-Grinsen weh tun. Gleichzeitig ist man so von der Geschichte der Titelfigur fasziniert und ergriffen, dass man Seite für Seite schier verschlingt, weil man unbedingt wissen möchte, wie „Sophia, der Tod und Ich“ endet.

Lest dieses Buch! Verschenkt es, verleiht es, erzählt euren Freunden davon. Einen solchen Page-Turner hatten wir lange nicht in der Hand. Geschichten wie die von „Sophia, der Tod und Ich“ sind der beste Grund, um mal wieder ein Buch zu lesen. Großartig erzählt, großartig geschrieben. Mit Worten kann er eben umgehen, der Thees.

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