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HEMDEN – Indierock für Ärmelhochkrempler

HEMDEN Band Pressefoto
Pressefoto: Band

Indie

HEMDEN – Indierock für Ärmelhochkrempler

HEMDEN aus Hannover haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 2005 mit vielen atmosphärischen Konzerten eine stetig wachsende Zahl begeisterter Zuschauer erspielt. Ursprünglich als zurückhaltendes, semiakustisches Projekt gestartet, hat sich die Band um Sänger und Gitarrist Birger Reese, Gitarrist Daniel Kessling, Bassist Ron Oberbandscheid, Keyboarder Benjamin Schramm sowie Schlagzeuger Micha Fromm in den Jahren immer mehr zu einer Indierock-Formation entwickelt, die die Intimität des ruhigen Folksongs mit der Dringlichkeit des Rock zu verbinden versteht – und zwar auf eine sehr eigene, besondere Weise.

Das INTRO-Magazin attestierte ihnen gar, neben Nils Koppruchs Fink und Element of Crime eine der besten deutschsprachigen Bands zu sein, die sich der amerikanischen Songkunst verpflichtet sieht. Dann aber platzte ein ums andere Mal der Traum vom „richtigen“ Plattendeal – und damit auch der vom Leben von der eigenen Kunst.
 

 
Nach der Veröffentlichung ihrer ersten EP 2006 („Es wird gehen“) führte eine größere Tournee die Band durch Deutschland und Österreich und lieferte Inspiration für die weitere Arbeit, die schließlich in die Aufnahmen der 2010 erscheinenden EP „Nimm das Geld und lauf“ mündete. Trotz großer positiver Resonanz entschied sich die Band in den Folgejahren dafür unter dem Namen „The General Electrics“ als stilsichere 60s-Coverband aufzutreten. Nach Jahren mit zahlreichen Konzerten deutschlandweit und vollen Tanzsälen drängte es die Band aber wieder dazu, eigene Songs aufzunehmen.
 
Nachdem sich HEMDEN im Jahr 2014 nahezu vollständig auf das Schreiben und Arrangieren neuer Stücke konzentrierten, führte sie das Jahr 2015 ins Studio, wo sie unter der Regie von Jan Müller und Christian Grün, nach 10 Jahren Bandbestehen ihr erstes vollständiges Album aufnahmen: Quitt.
 
Nun also sind HEMDEN zurück, und das ohne für die breite Masse überhaupt jemals da gewesen zu sein. Dabei sind sie eine Band, die sehr glaubwürdig von den kollektiven Erfahrungen ihrer Generation berichten kann. Wie fühlt sich das an, wenn Träume platzen oder spät, vielleicht zu spät der Sprung ins Unbekannte gewagt wird? Oh ja, die spät kommenden HEMDEN können Lieder davon singen! Und das tun sie auf ihrem nun erscheinenden Debüt-Album „Quitt“.
Sie erzählen von den gescheiterten Träumen ihrer Generation, wie dem des erfolgreichen Spagats zwischen Miete zahlen und kreativer Selbstverwirklichung, dem vom juvenilen Lifestyle jenseits der 30 oder dem von der romantischen Liebe. Und sie singen von der guten alten Hoffnung durch das Weggehen. Sie finden dabei eine Sprache, die man ansonsten vergeblich in der Republik sucht.
 
Jenseits von „Komm lass uns ans Meer fahren“ – Mittelschichtsphantasien wird bei ihnen das Große im Kleinen erzählt, anschaulich und greifbar durch Einzelschicksale. Die (Anti-)Helden in ihren Songs sind moderne Archetypen des Scheiterns, sie führen aussichtslose Kämpfe oder fliehen. Allianzen missglücken, und der eine Jemand, mit dem man gemeinsam der Welt die Stirn bieten wollte, erweist sich als das falsche Pferd. Ihre Träume mögen platzen, aber wenigstens haben sie welche!
 

 
In den packenden Texten der programmatisch betitelten Platte lassen sich u.a. Referenzen zu Leonard Cohen oder John Lennon finden und auch ihre Musik und ihr Sound verweisen auf die großen Songs und Sounds der Popgeschichte. Der Beat zum Eröffnungsstück der Platte zitiert die Zombies, der Sound der Gitarren profitiert von der Erfahrung als erfolgreiche Interpreteure des Sechziger-Jahre-Sounds, die Mariachi-Bläser und der Gesang erzeugen eine fiebrige, dräuende Stimmung. Hier flimmert eine Bowiegitarre und da klingt es nach französischem 70er Jahre Chanson. Ein gelungen unberechenbares Album, souverän gespielt von einer tollen Band.
 

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