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Der Samstag bei Rock im Park 2015 – Hitze, Party, Evakuierung

Rock im Park 2015 - Samstag

Konzerte & Festivals

Der Samstag bei Rock im Park 2015 – Hitze, Party, Evakuierung

Neben brütender Hitze und vielen gesehenen Bands hielt der Samstag bei Rock im Park noch so einiges mehr für die Festivalbesucher bereit. Aber von Anfang an. Wie schon am Freitag konnten wir uns nicht dazu aufraffen, schon in der Mittagshitze zu den Bühnen zu gehen. Dementsprechend konnten wir auch nur noch den letzten Klängen der Donots auf der Hauptbühne lauschen. Die Zeppelinstage war bereits wieder gut gefüllt. Nach einer kurzen Umbaupause von 20 Minuten betraten Bad Religion die Bühne. Sänger Greg Graffin, mittlerweile ziemlich ergraut, erinnerte mich zunächst optisch an den Vater meiner Ex-Freundin, weswegen ich im ersten Moment leicht erschrocken war. Trotz dieses Schrecks zu Beginn boten Bad Religion eine tolle Show mit allen Hits aus 35 Jahren Bandgeschichte. Bei ihrem letzten Auftritt bei Rock im Park hatte ich sie schwächer in Erinnerung. Von daher an dieser Stelle Daumen hoch für die „alten Herren“. Nicht weniger laut ging es bei A Day to Remember zu. Ein routinierter Auftritt der Post-Hardcore-Band aus Florida, der zwar Laune machte, den man aber auch schon besser erlebt hat. Die folgende Pause nutzen wir für einen kurzen Abstecher zu Mighty Oaks auf die Parkstage. Trotz einer überschaubaren Anzahl an Zuschauern ließen sich die Berliner Jungs die gute Stimmung nicht vermiesen und punkteten neben ihren tollen Songs auch mit ihrer sympathischen Art. Bereits nach der Begrüßung der Fans mit einem zünftigen „Servus Nürnberg“ hatte man das Publikum im Griff. Weiter ging es in die AlternArena, wo sich Skindred die Ehre gaben. Was AnnenMayKantereit am Vortag waren, sollte Skindred am Rock im Park Samstag werden. Ein absolutes Highlight. Die Arena war bis auf die oberen Ränge gefüllt und die Band aus Wales eroberte die Fans im Sturm. Bereits beim Opener „Kill the Power“ verwandelte sich die AlternArena in ein Tollhaus. Es wurde gesprungen, es bildeten sich Circle Pits und die Fans feierten eine einzige große Party. Durch einen eiligen Wechsel zurück zur Zeppelinstage konnten wir noch ein wenig die Broilers betrachten. Das Nürnberger Zeppelinfeld war bereits zu 2/3 gefüllt und die Broilers hatten sichtlich ihren Spaß. Der anschließende Co-Headliner Rise Against enttäuschte uns persönlich leider zum wiederholten Mal. Zwar hat die Bands unzählige Hits, die auf Platte auch ordentlich abgehen, aber live wollte der Funke irgendwie nicht überspringen. Sehr schade. Was nun folgte war eine der schwierigsten Entscheidungen des Wochenendes. Die Toten Hosen auf der Centerstage oder Marilyn Manson auf der ehemaligen Alternastage? Wir entschieden uns einfach für beides. Die Show der Toten Hosen war wie immer spektakulär, musste aber dieses Mal (wie uns berichtet wurde) auf eine der berühmten Kletter-Einlage von Sänger Campino verzichten. Nach einer knappen halben Stunde wechselten wir schleunigst (innerhalb von 8 Minuten!) die Bühnen und fanden uns doch tatsächlich kurz vor dem Auftritt von Marilyn Manson im 1. Wellenbrecher wider. Nach einem ca. 3 minütigen Intro betrat der Schock-Rocker schließlich die Bühne und lieferte eine Show ab, die so gut war, wie wir sie von Manson schon lange nicht mehr gesehen haben. Immer wieder spielte er mit dem Publikum und verschwand während des Auftritts mehrmals hinter der Bühne, um ein neues Make-Up aufzutragen. Nach der Darbietung von „The Beautiful People“ stürzte Marilyn Manson jedoch in den Fotograben, was er nach Minuten der Stille lässig mit „I think I broke my leg for you. But it was worth it“ kommentierte. Kurze Zeit nach diesem Vorfall sprinteten wir zu unserer letzten Station für diesen Abend. Body Count feat. Ice-T verwandelten die AlternArena der Eishalle erneut in ein Tollhaus und so waren auch wieder alle Ränge für die Besucher geöffnet. Vom Ober-Rang aus verfolgten wir die druckvoll und energetische Leistung der Band.

Anschließend ging es zurück zum Zeltplatz. Bereits auf den Weg dorthin kündigte sich ein Unwetter mit Blitzen im Abstand von wenigen Sekunden an. Dies hatte zur Folge, dass wir gegen 1:45 Uhr dazu aufgefordert wurden, den Zeltplatz zu verlassen und die ausgewiesenen Sammelpunkte aufsuchen sollten. Eilig schnappten wir uns unsere wichtigsten Habseligkeiten und schlossen uns dem Strom der Evakuierten Richtung Ausgang Campingplatz an. Natürlich kann man den Ernstfall einer Evakuierung nicht in dieser Größenordnung proben. Trotzdem verlief diese aus unserer Sicht sehr geordnet und vor allem friedlich und ohne Panik ab. Natürlich gibt es hierzu auch widersprüchliche Aussagen von anderen Festivalbesuchern, unsere Erfahrungen waren an dieser Stelle jedoch positiv. Wir folgten der Menschenmenge Richtung Parkhaus, wo wir bereits am Donnerstag unsere Autos abgestellt hatten. Ein Glücksfall wie sich nun herausstellte, befand sich doch im Kofferraum neben trockenen Klamotten auch noch ausreichend Dosenbier, alkoholfreie Getränke und Nahrungsmittel, so dass wir auch andere „Flüchtlinge“ auf Nachfrage versorgen konnten. Überall im Parkhaus saßen, standen und lagen die Festival-Besucher. So mancher fand ein wenig Schlaf, andere feierten einfach weiter als wäre nichts gewesen. Gegen 3:15 Uhr wurde schließlich die Evakuierung aufgehoben und wir konnten zurück zu unseren Zelten. So fand ein anstrengender Konzerttag und eine aufregende Nacht schließlich ihr Ende. Auch wenn das Unwetter nicht im befürchteten Ausmaß das Rock im Park Gelände erreichte, fanden wir die Evakuierung in Anbetracht der 33 Verletzten Besucher bei Rock am Ring am Vortag (ebenfalls durch Unwetter) als durchaus sinnvoll. Unsere Anerkennung gilt hierfür den Verantwortlichen vor Ort für ihr überlegtes Handeln!

Was uns nach 3 Stunden Schlaf am Sonntag noch alles erwartete, verraten wir euch dann im dritten Teil unseres Rückblicks auf Rock im Park 2015. Crowdsurfende Rollstuhlfahrer und ein grünes Menschen im Nebel sind nur zwei Dinge, die uns noch lange von Rock im Park 2015 im Gedächtnis bleiben werden.

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