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Beatsteaks Interview zur neuen Platte „YOURS“

Beatsteaks Interview München 2017
Foto: Teresa Feistle

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Beatsteaks Interview zur neuen Platte „YOURS“

Vor dem Konzert der Beatsteaks in der Münchner Muffathalle hatten Teresa und Mary die Möglichkeit zu einem ausführlichen Interview mit Schlagzeuger Thomas Götz. Und wie der Zufall so wollte platzten am Ende noch die restlichen Bandmitglieder rein.

museek: Thomas, vielen Dank das du dir die Zeit für uns nimmst! Torsten hat ja auf manchen Touren seinen Tattoowierkoffer dabei, hat er ihn denn auch auf der YOURS Tour dabei?

Thomas: Ja hat er auch, und sie haben auch schon wieder tattoowiert.

Ein Album in drei verschiedenen Sprachen war ja auch Mal was neues. Wie kam es zum französischen Song „Velosolex“? Hatte von euch mal jemand eine und spricht einer in der Band französisch?

Da hab ich nochmal kurz nachkalkuliert, ja drei. Und nein bei uns spricht keiner französisch. Aber es gibt ganz viele große Stereo Total Fans in der Band und Françoise singt ja halb deutsch und halb französisch. Wir hatten ja dann dieses Lied mit dieser Gesangsmelodie und wollten einen Text haben und dachten auch, wenn wir das jetzt so dick produzieren gefällt uns das nicht und wir machen das ganz dünn mit Brezel Göring, der zweiten Hälfte von Stereo Total. Und wenn dann noch Françoise den Text schreibt, dann saßen wir mit Françoise im Cafe am Platz, und fragt „Um was soll es eigentlich gehen? Jetzt hab ich die Melodie, aber von was soll das Stück eigentlich handeln“? Breze meinte dann: „Oh Françoise, für mich hört sich das an wie ein Stück über ein Motorroller.“ Ja, Motorroller passt gut zu der Attitüde des Stücks, und dann müsste noch was drin sein gegen die AfD, irgendwas gegen die Nazis und es darf nicht zu schwer sein. Dann hat er einen Text geschrieben und es handelt von einem Typ mit seiner Ex und will ermit dem Velosolex zu seiner Ex zurück fahren um sich zu entschuldigen. Und die Ex wohnt in Ex, ein französisches Dorf das auch Ex heißt. Und wegen der AfD fährt er bei Brigitte Bardot vorbei und schaut ob sie da ist. Aber sie macht nicht auf, denn sie ist ja eh eine blöde Pute.

Das „Gunter Glieben Glauten Globen“ am Ende von „Yours“, ist das eine Hommage an Def Leppards „Rock of Ages“?

Ja absolut. Wir haben es als Einzähler für das nächste Lied gedacht. Das formt den Song gleich. Ich habe einen Freund, Matt Forster, mit dem ich früher Musik gemacht habe und der hat uns das eingesprochen.

In welches Genres würdet ihr euer neues Album „YOURS“ stecken?

Eher in die Richting Pop. Popmusik sagt nicht wirklich was über die Musik aus, Popmusik heißt Populär. „Gap“ zum Beispiel ist ein bisschen Old School Beatsteaks, „Gap“ könnte gut auf der „Living Targets“ sein. Es ist ein typisches Bernd-Riff. Ich glaube Bernd hat schon ganz viele solcher Riffs immer mal wieder angebracht – „können wir das nicht mal machen?“ – „ja okay“. Dann wurden immer wieder Interludes daraus und jetzt ist es mal ein Song geworden.

Auf welchen Song bist du besonders stolz auf dem neuen Album?

Irgendwie ist es noch zu früh das zu sagen. Ich mal viele darauf. „Velosolex“ gefällt mir schon total gut, weil es für mich schon eine totale Ehre war, dass die beiden da mit machen. Ich finde die echt toll. Früher habe ich schon sehr viel Stereo Total gehört und jetzt machen die ein Lied mit uns, das ist unglaublich cool. Deswegen würde ich sagen das.

Und welches Lied spielst du am liebsten von dem Album? Hast du da als Schlagzeuger schon eins, bei dem du dir denkst, da geht’s am meisten ab?

Das erste direkt, „Mrs. Right.“

Für die Tour 2018 sind ja Special Guests angekündigt. Kann man davon ausgehen, dass jedes Feature des Albums einmal live vertreten sein wird?

Das wäre wirklich schön. Ich glaube Deichkind werden wir ein paar mal erleben. Wir machen uns da auch jetzt noch gar nicht so den Kopf, aber es gibt dann immer so diese Berlin-Konzerte, da machen dann bestimmt mal mehr mit. Wäre schon schön, wenn Campino dann „Abberdu“ singen würde! (Anmerkung: Meinte er Farin Urlaub????)

Wie läuft das genau ab, wenn ihr ein neues Album rausbringt? Davor erscheinen ja meistens EPs. Wie sucht ihr die aus und warum war „Yours“ nicht dabei, obwohl das auch der Album-Titel ist?

Ich glaube „Yours“ ist jetzt nicht das kommerziellste Stück auf der Platte. Wir wollten dieses mal bei 21 Liedern nicht nur eins vorab erscheinen lassen, sondern gleich vier, damit man gleich einen Querschnitt hat. Der eingängige Punkrock-Song „40 Degrees“, das poppigere „Hate to Love“, dann das bisschen was mit einem Hip Hop Beat „I Do“ und das krassere „Sucker Punch“. Die haben gleich abgedeckt, was auf der Platte so passiert. Da dachten wir uns, das ist ein schöner Anfang.

Habt ihr noch einen Überblick, wie viele Konzerte ihr im Verlauf eures Bandlebens schon gespielt habt?

Ja, hat sicher jemand. Ich nicht. Ich hab eh wenig Überblick, aber irgendjemand hat bestimmt mitgezählt. Ich kanns nicht mal schätzen. Es sind aber viele. Jetzt gibts uns ja auch schon 22 Jahre. Es hat ja schon vor der ersten Platte angefangen mit Konzerten, Abi-Bällen und Iggy Pop und Green Day Coverversionen.

Bevor ihr auf die Bühne geht, habt ihr da ein Ritual, das ihr zusammen macht?

Wir nehmen uns kurz in den Arm und es gibt eine kleine Ansprache. Davon gibt es auch Fotos. Aber das ist mehr für uns selbst. Was wir machen besprechen wir schon immer länger vorm Konzert. „Wie machen wir das und wie machen wir den Übergang, das schon früher.

Die neuen Songs brauchen natürlich genügend Raum in der Setlist. Andere Songs müssen dafür weichen. Blutet euch da bei manchen Songs besonders das Herz?

Ne. Jeder von uns hat so seine Songs, bei denen er sagt „ah, den brauch ich“ – „ah, den brauch ich dafür nicht“. Aber ich bin eher froh, wenn alte Songs wegfallen. Wir haben die ja schon so lange gespielt und die neuen Songs machen das dann einfach frischer und aufregender. Vor allem gibt’s einen schönen Moment, wenn ein altes Lied wieder zurück kommt. Dann spielen wir’s meistens besser und dann ist es noch mehr Spaß.

Hat die Location was damit zu tun, welchen Song du live am liebsten performst?

Ich schätze mal, das „I Do“ bei Rock am Ring z.B. eher Chancen hat als „Mrs. Right“, wegen der Geschwindigkeit. Hohe Geschwindigkeiten sind bei großen Massen eher schwierig.

Hat „Mrs. Right“ einen speziellen Hintergrund, sprich: hat jemand von euch eine Mrs. Right?

Es gibt ein Lied von Young Marble Giants, „Searching for Mr. Right“. Das ist ein sau schönes Lied. Unser Song hat damit ein bisschen was zu tun. Man könnte sagen „Mrs. Right“ ist unsere Antwort auf den Song.

Welche Verbindung habt ihr zu London, bezogen auf den Song „Gap“ und eure Konzerte dort?

Eine persönliche Verbindung hat unsere Band an sich jetzt nicht direkt. Man könnte ja auch sagen, London ist die Hauptstadt des Rock n Roll für jeden Punker. London ist eine sehr tolle Stadt und die Konzerte, die wir dort spielen, machen auch sehr viel Spaß. Das Theater in dem wir immer spielen – KOKO – ist eine unfassbar schöne Location. Ein altes Theater, wie man es aus den Filmen kennt, wenn irgendeine alte Mozart-Oper gespielt wird.

Wir waren die Reaktionen auf die neuen Songs bei den letzten Shows? War die Stimmung genauso gut wie bei Beatsteaks-Klassikern wie „Cut off the Top“ oder war das Publikum noch eher zurückhaltend?

Am Anfang haben es die neuen Songs immer schwieriger als bekannte Lieder. Aber ich finde die Leute sind schon ganz schön textsicher. Die ersten paar Reihen kennen die Texte manchmal besser als ich.

Wie kommt es, dass ihr dieses Jahr eher ein kleineres Konzert in München in der Muffathalle und 2018 dann nochmal ein großes im Zenith spielt?

Das Zenith ist wirklich schwer zu spielen. Das Publikum glücklich nach Hause zu schicken ist echt anstrengend, weil es vom Klang her so tricky ist. Ich hab viele Freunde hier in München und die sagen, es gäbe selten gut klingende Konzerte im Zenith. Es macht auch Spaß mal wieder in einer Halle zu spielen in München, in der der Klang gut ist. Die Muffathalle oder das kleine Backstage mag ich dafür in München am liebsten. Das klingt halt immer fett da. Ich glaube aber, dass es cool werden wird, wenn wir so richtig eingespielt und sicher sind. Dann probieren wir das mal im Zenith.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führten Teresa Feistle und Mary Ludstock

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